Leitfaden zur richtigen Wollwäsche

So wäscht du deine Wollkleidung

Wir werden oft gefragt, wie man unsere Woolday-Produkte richtig wäscht und was man dabei beachten muss. Unsere Antwort ist eigentlich immer die gleiche: Am besten wäscht man Wolle gar nicht oder so selten wie möglich. Wolle kümmert sich eigentlich am besten um sich selbst. Wenn du deine Kleidung nach dem Tragen locker und unbedeckt für mindestens 24 Stunden aufhängst, erledigt die Wolle den Großteil der Pflege ganz von alleine. Häufiges Waschen schadet allen Kleidungsstücken und nützt die Stoffe und Farben schneller ab.

Wenn deine Shirts aus Merinowolle doch einmal gewaschen werden müssen, gibt es hier ein paar Tipps, wie es richtig geht. Alle Wasch- und Pflegeempfehlungen findest du als Symbole in den Labels der Shirts und Kleidungsstücke oder noch einmal für jedes Kleidungsstück auf unserer Woolday Pflegeanleitungs-Seite..

Die richtige Menge macht's

Waschen verbraucht viel Wasser und Energie. Am besten schonst du die Umwelt daher, wenn du die Waschmaschine voll machst (etwas mehr als die Hälfte der Trommel), aber nicht zu voll - sonst wird der Stoff in der Maschine zu sehr belastet. Keine Sorgen, falls du nicht genug Wollkleidung hast, um sie separat zu waschen – außer uns vielleicht, haben das die wenigsten. Nimm einfach ein wenig andere Wäsche dazu. Eine Schonwäsche schadet keinem Kleidungsstück.

Kleidung mag es gerne kühl

Das richtige Waschmittel und moderne Waschmaschinen (jünger als 20 Jahre) machen es eigentlich überflüssig, wärmer als 30 Grad zu waschen. Und speziell Wolle ist besonders Temperaturempfindlich. Wird Wolle zu heiß gewaschen, quellen die Fasern auf und können die Struktur des Kleidungsstück beeinträchtigen. Wir haben unsere Shirts auch schon mal aus Versehen zu heiß gewaschen, ohne das etwas passiert ist, aber gut ist es für die Stoff nicht. Am besten kalt oder bei 30°, dann bist du auf der sicheren Seite. Bisher ging damit noch jeder Fleck raus.

Wie du richtig wäscht

Befolge die Waschempfehlung in deinem Shirt oder Kleidungsstück. Generell empfehlen wir bei der Maschinenwäsche ein Woll- oder Schonprogramm bei 30°. Auch Baumwolle, Leinen, Hanf und andere Naturfasern werden im Wollprogramm vollständig sauber. Die kannst du also ruhig mit waschen. Da Merinowolle ohnehin schneller trocknet als alle anderen Naturfasern und nur unwesentlich langsamer als Stoffe aus Plastikfasern, brauchst du deine Kleidung auch nicht stark schleudern. 600 (maximal 800) Umdrehungen solltest du beim Schleudern benutzten, auch für andere Stoffe, so sind die Stoffe nur wenig Reibung ausgesetzt und nutzen sich nicht so ab und trocknen trotzdem (auch im Winter) problemlos über Nacht.
Vermeide es Wolle mit Produkten mit Reißverschluss zu waschen. Wenn doch, solltest du den Reißverschluss komplett schließen und das Kleidungsstück auf links drehen. Oder noch besser: Das Teil mit Reißverschluss in einen Waschbeutel stecken, so bleiben deine Wollsachen garantiert unversehrt.

So bleiben die Farben länger frisch

Kein Shirt wird für immer so weiß sein wie am Anfang und keine Farbe so kräftig. Merinowolle ist außergewöhnlich farbecht, verblasst aber mit der Zeit auch. Mit ein paar einfachen Tricks können Sie die Farben jedoch länger erhalten.
Das wichtigste ist es, weiße Kleidungsstücke, helle Kleidungsstücke und dunkle Farben separat zu wachen. Wasch deine Kleidung immer auf links (Innenseite sichtbar) gewendet und mach die Waschmaschine bei einer reinweißen Wäsche nicht ganz so voll (weniger als halbe Trommel), so kann das Wasser den Schmutz besser wegspülen. Nasse Wäsche solltest du nie direkt in die Sonne stellen, da dies zu Verfärbungen oder Ausbleichen führen kann.
Benutze am besten nur ökologische Waschmittel. Chemische Reinigungsmittel enthalten manchmal Substanzen, die die biochemische Struktur von Kleidungsstücken aus Merinowolle und deren Farben beeinflussen können. Und ganz wichtig: Wolle darf niemals mit Bleiche oder Waschmitteln mit Bleichstoffen gewaschen werden.   

Lass den Trockner aus

Tu der Erde und deiner Kleidung einen Gefallen und benutze keinen Wäschetrockner. Unsere Kleidungstücke dürfen nicht in den Trockner und mit wenigen Ausnahmen gilt das für ziemlich alle Textilien, an denen du lange eine Freude haben willst. Wäschetrockner verbrauchen nicht nur Unmengen an Energie, sie schaden auch den Fasern und den Stoffen. Nichts trocknet so gut wie frische Luft.

Das richtige Waschmittel ist wichtig

Wir sind Fans von Bio-Waschmitteln und können das nur empfehlen. Konventionelle Waschmittel schaden der Umwelt und verunreinigen das Wasser unnötig. Moderne Waschmittel können sparsam eingesetzt werden und mehr Waschmittel sorgt nicht für sauberere Wäsche. Oft ist deutlich weniger als bei der Hersteller-Empfehlung notwendig. Mehr hilft mehr, stimmt bei der Pflege von Kleidung eigentlich nie.
Für die meisten Waschgänge benutzen wir auch kein Wollwaschmittel mit Lanolin, sondern ein pflanzliches Produkt mit Olivenöl von SonettDu kannst das Olivenwaschmittel auch für alle anderen Stoffarten benutzen, wenn du nicht genug Wollsachen für rein Wollwäschen besitzt. Alle paar Waschgänge gönnen wir unserer Wolle eine Wollkur mit dem Wollfett Lanoolin (auch von Sonett). Dadurch bliebt die Wolle lange weich und behält ihren natürlichen Glanz.
Vermeide Waschmittel mit folgenden Substanzen: optische Aufheller, Chlor, synthetische Parfums und Farben, Parabene, Phosphate, Petrochemikalien und Sulfate.

Transparenz-Hinweis: Wir bekommen kein Geld von Sonett für die Empfehlung, sondern halten es nach zahlreichen Tests ökologischer Waschmittel einfach für das beste Produkt für unsere Kleidung.

Wolle sollte man am besten flach trocknen

Damit deine Wollkleidung ihre Form optimal behält, solltest du sie nach dem Waschen sanft ausschütteln und wieder in Form ziehen, denn Wolle zieht sich während dem Waschen ein wenig zusammen. Da Wolle einen Großteil seines Eigengewichts zusätzlich an Wasser speichern kann, sind die Stoffe nach dem Waschen recht schwer. Wenn du verhindern willst, dass sie sich verziehen, solltest du sie auf einem Handtuch liegend flach trocknen.
Hängend können sich die Stoffe dehnen und verziehen. Für flachgestickte Stoffe (Wollpullover etc.) ist das etwas wichtiger. Wir persönlich hängen unsere Shirts aus Wolljersey zum Trocknen auf den Ständer oder einen Bügel und bisher hat sich die Form nicht merklich verzogen. Wenn du aber sicher gehen willst, ist liegend Trocknen die erste Wahl.
Trockne deine Wollkleidung niemals mit dem Wäschetrockner. Deine Stoffe schrumpfen hierbei zusammen und die Fasern trocknen aus. Nichts erledigt das Trocknen von Wolle so gut wie frische Luft. Und da Wolle das am schnellsten trocknende Naturmaterial ist, muss du auch nicht lange warten, bis du deine Sachen wieder tragen kannst.  

Dampfglätten & Bügeln

Stoffe aus Merinowolle sind nahezu faltenfrei. Das hat damit zu tun, dass die Wollfaser wie eine Feder geformt ist und sich immer wieder in ihren Ursprungsform zurück zieht. Dadurch können sich Falten in den meisten Kleidungsstücken aus Wolle nicht lange halten. Manchmal ist es aber doch notwendig ein Hemd oder ein Shirt für einen speziellen Anlass zu glätten und dann solltest du zwei Dinge beachten. Benutze die Dampffunktion deines Bügeleisens und die niedrige Temperatureinstellung (ein Punkt). Wenn du einen Dampfglätter hast, umso besser. Damit geht es spielend einfach und der feuchte Dampf entspannt und erfrischt die Wolle gleichzeitig. Da freut sich dein Merino Shirt.

So verhinderst du Pilling

Pilling ein ganz normaler Teil von Stoffen aus reinen Naturmaterialien und hat nichts mit der Qualität zu tun, auch wenn es hier natürlich Unterschiede gibt. Da die Garne aus einer großen Menge kurzer Fasern (4-6cm) verzwirnt werden, lösen sich bei Reibung kleinere und kürzere Fasern heraus und bilden die “Knötchen” auf der Oberfläche.
Bei unseren Stoffen ist dies schon sehr reduziert, da wir qualitativ hochwertige Wolle mit einer ausreichenden und gleichmäßigen Faserlänge verwenden. Wir haben alle Stoffe im Labor getestet und sie haben hervorragende Pillingwerte.
Aber auch der beste und stärkste Stoff löst gerade zu Beginn der Lebenszeit Fasern aus, das ist ganz normal. Reibung auf der Materialoberfläche verstärkt diesen Effekt unter umständen, zum Beispiel ein Rucksack oder ein Sport mit viel Körperkontakt. Wenn der Stoff feucht oder nass ist, verstärkt das den Effekt. Verhindern kann man das bei starker Beanspruchung bei einem ganz neuen Kleidungsstück leider nicht, der Effekt nimmt erst mit der Zeit und nach einigen Wäschen stark ab, wenn die kleineren Fasern ausgespült und ausgetragen wurden.
Grundsätzlich wäscht und trägt sich das Pilling mit der Zeit ab. Wenn durch besonders starke Beanspruchung doch einmal Knötchen sichtbar sind, kannst du sie mir einem elektrischen Fusselrasierer, einfach abrasieren, ohne dass der Stoff dabei Schaden nimmt und danach sieht es wieder aus, wie neu.

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