So verhinderst du Motten

Wie du deine Kleidung vor Motten schützt

Tineola bisselliella, ist der lateinische Artenname der Kleidermotte, eines winzigen Nachtfalters, der seine Eier in die Federn oder Haare von Tieren legt und auch in die Produkte, die aus Tierhaaren hergestellt werden (alle Fasern und Materialien die das Faserprotein Keratin enthalten). Die Larven des kleinen Nachfalters können kleine und größere Löcher in die Stoffe fressen und die Kleidungsstücke kaputt machen.

Die geschlüpfte Kleidermotte ist kleiner als ein Zentimeter und hat gelb-braun leuchtende Flügel, kann aber erheblichen Schaden anrichten. Das beste gegen Motten ist Vorsorge. Hier erklären wir, was du beachten solltest und was du machst, wenn du doch einmal Motten hast.

Was Motten mögen

Die Kleidermotte ist vor allem an Fasern aus Keratin (einem Eiweiß das die Grundstruktur von Haaren von Säugetieren bildet - inklusive dem menschlichen Haar) interessiert. Motten mögen also alle Produkte aus Tierhaaren. Besonders, wenn diese getragen wurden und die Duftstoffe aus Schweiß, Lebensmittelflecken und Hautschuppen die Motten zusätzlich anlocken.

Wie du Kleidermotten verhinderst

Eigentlich ist es nicht schwer, sich vor Motten zu schützen und die besten Mittel sind komplett natürlich und einfach zu besorgen. Denn Motten meiden bestimmte Gerüche wie Lavendel, Zitrone und Zedernholz. Wenn du also Zedernholzstückchen, Lavendelsäckchen oder getrocknete Zitronenschalen in die nähe deiner Wollsachen legst oder hängst, bleiben die Motten garantiert fern. Lavendel und Zitrone sind zu Beginn stärker im Geruch, müssen aber oft ausgewechselt werden, damit sie wirken. Zedernholz kannst du einfach mit dem Schmirgelpapier immer wieder anrauen und so hast du einen langen und nachhaltigen Schutz gegen Motten.
Außerdem solltest du deine Wollkleidung gut waschen, bevor du sie länger ungenutzt aufbewahrst und beim langen Lagern zum Schutz einpacken. Mehr dazu erfährst du auch noch weiter unten.

So lagerst du deine Kleidung mottensicher

Wenn du deine Wintersachen im Sommer verstauen willst, solltest du folgendes unbedingt beachten, damit du deine Kleidung mottengeschützt lagern kannst. Bevor du Wollkleidung länger lagerst oder verstaust, solltest du sie gründlich waschen, damit die Gerüche aus den Kleidungsstücken raus sind. Lege die Kleidungsstücke locker zusammen und steck sie in einen Kopfkissenbezug aus fester Baumwolle oder Leinen. Leg am besten ein Lavendelsäckchen oder ein paar Zedernholzstückchen mit hinein und schlag die offene Seite mehrfach um und falte die Sachen gut ein. So kann deine Kleidung atmen und ist gut geschützt vor Motten. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du auch einen Vakuumbeutel für die Aufbewahrung nutzen, aber nötig ist das meist nicht und mit der natürlichen Methode vermeidest du Produkte aus Plastik.

Was wenn ich Motten im Kleiderschrank habe?

Wenn du doch einmal Motten im Kleiderschrank hast, helfen ein paar einfache Schritte, die Motten los zu werden. Um genau herauszufinden, wo genau der Mottenbefall am größten ist, solltest du an den Stellen, an denen du deine Kleidung aufbewahrt ein paar Lockstoff-Fallen aufstellen. Die Fallen locken mit dem weiblichen Sexualhormon die Männchen an. Mit den Fallen kannst du einen Befall nicht verhindern, aber herausfinden, ob du (noch) Motten hast, denn wo ein Männchen ist, sind auch die Weibchen nicht weit.
Schau deinen Kleiderschrank durch, ob du Kleidungsstücke findest, die bereits Mottenlöcher haben, oder in denen Gespinste der Mottenlarve sichtbar sind (Stellen aus weißen, dünnen, klebrigen Fäden). Wenn du kaputte Kleidung findest, die du noch reparieren und weiterbenutzten kannst, erfährst du weiter unten, wie du die Motten beseitigst. Kaputte Kleidung, die du wegwerfen willst, bitte fest in einer Plastiktüte (ja, ehrlich, diesmal ist es notwendig) verpacken, bevor du sie in den Hausmüll wirfst.

Verzichte unbedingt auf Pestizide

Wenn du also Motten in der Falle hast, kannst du dort mit der Bekämpfung der Motten anfangen. Auch hier solltest du komplett auf chemische und natürliche Pestizide und Gifte verzichten. Diese können das Nervensystem angreifen und starke allergische Reaktionen auslösen.  

Hitze tötet Motten

Die Natur hält genug bereit, um die Motten los zu werden. Wenn du kaputte Kleidungsstücke entdeckt hast, die von Mottenlarven angefressen wurden, nimm diese und auch die umliegenden Kleider aus Tierfasern und leg sie in den Backofen bei 50-60°C Umluft. Wichtig ist, dass die Temperatur wirklich gleichmäßig ist und du dabei bleibst wegen der Brandgefahr. Nach ein bis zwei Stunden bei 50-60° im Backofen sind alle Eier und Larven der Motte zerstört. Danach alles durchwaschen (gerne auch zweimal).
Alternativ kannst du deine Kleidung auch bei -18°C in die Gefriertruhe stecken. Aber dort muss sie mindestens eine Woche lagern und im Zweifel brauchst du eine riesige Gefriertruhe, je nachdem, wie viel Wollsachen du hast.

Sauge & putze den gesamten Schrank

Aber das ist noch nicht alles. Du solltest jetzt den Schrank ausräumen, alles auf Motten überprüfen und den Schrank mit dem Staubsauger gut aussaugen. Vor allem die Ecken und Ritzen (alles was versteckt und dunkel ist, solltest du besonders gut saugen. Danach den Schrank oder die Kommode mit Essigwasser (Essigreiniger) gut auswischen und komplett trocknen lassen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du die Ecken und Ritzen auch mit dem Fön noch zusätzlich für ein paar Minuten abfohlen, das zerstört auch die letzten Eier. Aber passt auf, das deine Schrankoberfläche die Hitze des Föns verträgt (Vorsicht bei laminierten Oberflächen).
Stelle ein paar Lockfallen auf, um zu schauen, ob du immer noch Motten hast. Wenn ja, gerne alles noch einmal wiederholen.

Lass dir von den natürlichen Mottenfeinden helfen

Wenn du einen starken Mottenbefalll hast, können dir die natürlichen Feinde der Motte bei der Bekämpfung helfen: Die Schlupfwespen (Trichogramma evanescens). Dabei handelt es sich um flugunfähige Unterarten der Wespen, die ihre Eier Wiederrum in die Eier und Larven der Kleidermotten legen und diese so töten. Die Wespen selbst sind kleiner als ein halber Millimeter und sterben oder verschwinden einfach, sobald sie keine Motteneier mehr finden. Sie hinterlassen keinen Schaden auf der Kleidung und schütteln sich beim Tragen einfach aus und werden Teil des Hausstaubs. Also keine Angst, das wird keine Ungeziefer-Invasion. Die kleinen Tierchen sind dein bester Freund, wenn du wirklich einen starken Befall hast.
Du kannst die Schlupfwespen auf kleinen Kärtchen im Internet kaufen. Sie schlüpfen drei Tage bis eine Woche nach dem Versand.

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